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2014-10-15

Halloween: Cooles Kostüm? Absolut, aber bitte nicht rassistisch!

Hallo ihr Lieben,
 
in den letzten paar Wochen gings bei mir ganz schön drunter und drüber, weil ich zum Beispiel endlich meine Bachelorarbeit geschrieben und abgegeben habe und parallel dazu noch eine Wohnung in Berlin gesucht habe. Yo, ich wohne und studiere jetzt in Berlin, alles mächtig cool soweit. Trotzdem möchte ich jetzt aber nicht allzu viele Worte über mein ach so tolles Leben verlieren, sondern über was viel viel Cooleres sprechen, nämlich über Halloween. :D

Wenn ihr so seid wie ich, dann denkt ihr bestimmt schon seit mehreren Wochen darüber nach, als was ihr euch denn dieses Jahr so verkleiden wollt. Cool, gruselig und außergewöhnlich sind immer meine Kriterien, wodurch ich z.B. auch auf mein Kostüm letztes Jahr gekommen bin. Das sind aber nicht meine einzigen Kriterien, ich hab nämlich noch ein weiteres, das mir sehr wichtig ist und das mir dieses Jahr auch mächtig Probleme bereitet: Mein Kostüm soll bitte bitte nicht rassistisch sein und darüber möchte ich heute ein wenig schreiben. 

Was Rassismus ist, wisst ihr ja sicherlich alle im Großen und Ganzen, worüber sich viele jedoch nicht bewusst sind ist, dass auch kleine Dinge im Alltag rassistisch sein und schädliche Auswirkungen haben können. Ich möchte jetzt erstmal keinem unterstellen, dass er absichtlich ein Kostüm wählt, um rassistisch zu sein, trotzdem fallen viele auch sehr beliebte Kostüme eben genau in diese Kategorie. An sich sind solche Kostüme natürlich erstmal nicht dafür verantwortlich, dass z.B. eine Mexikanerin benachteiligt wird und auf Grund ihrer Herkunft keinen Job bekommt. Das Ding ist jedoch, dass solche Kostüme eben häufig mit Stereotypen über bestimmte Menschen oder Volksgruppen arbeiten, wie zum Beispiel Sinti und Roma, Chinesen oder Mexikaner und dadurch diese Stereotypen verstärken und festigen . Das Ganze passiert meistens unterbewusst, aber das bedeutet ja nicht, dass es deshalb nicht weniger einflussreich ist.

Nehmen wir als Beispiel jemanden, der sich als "Gangster" verkleidet hat, dafür dumm und bedrohlich tut, vielleicht Spielzeugwaffen dabei hat und, um das Ganze zu verstärken, sich noch mit brauner Farbe angemalt hat, um auszusehen, wie ein Schwarzer. Dann greift er mit seinem Kostüm eben genau das stereotype Bild von schwarzen Männern auf, welches viele Menschen haben. Auf der Party, wo unser 'Gangster' das Kostüm trägt, hat das jetzt meistenes nicht unbedingt schlimme Folgen für echte schwarze Männer; in ihrer realen Lebenswelt außerhalb der Party kann das jedoch durchaus Auswirkungen haben. Vielleicht kriegt er keinen Job, weil alle denken, er sei eh kriminell, oder er wird kurzerhand erschossen, weil er mit Kapuzenpulli die Straße lang läuft und sich sein Gegenüber von seiner bloßen Präsenz bedroht fühlt. Solche Fälle gab es in letzter Zeit ja nicht grade wenige.

Ein anderes Beispiel wäre ein "Sexy Geisha" oder "Sexy Indian Girl" Kostüm, dass das Bild davon verstärkt, dass Frauen dieser Völker Freiwild sind und den Männern zu Verfügung stehen, oder auch, dass sie den Männern gegenüber unterwürfig sind und gerne Prostituierte für europäische Männer sind. Aber hey, hauptsache sexy Kostüm, richtig? Dass diese ganze "Sexy Kostüm" Sache auch ganz schön doof ist, ist hoffentlich klar, aber ich will mal schön brav eins nach dem anderen tacklen.....
Ihr seht.. die Konsequenzen sind durchaus vorhanden und solche Kostüme tragen häufig zu der Verstärkung und Festigung rassistischer Meinungen bei. Andererseits kann es auch sein, dass ihr Teile aus einer anderen Kultur in eurem Kostüm benutzt, das in der anderen Kultur eine wichtige Bedeutung hat, die ihr missachtet, weil ihr entweder keine Ahnung habt oder es euch einfach nicht besonders wichtig ist. Das ist z.B. der Fall bei Indianerkostümen, die ein Warbonnet (Federschmuck) beinhalten. Einerseits ist auch das wieder eine Stereotypisierung von Indianern, andererseits sind in vielen Stämmen solche Kopfschmuckstücke heilig und nur die wichtigsten oder stärksten Personen dürfen sie tragen. Ein anderes Beispiel wäre die Bemalung eures Gesichts im Stile des Dia de los Muertos.
Wenn man sich mal so anguckt, was es mit rassistisch aufgeladenen Kostümen so auf sich hat, dann lassen die sich häufig in eine der folgenden Kategorien einteilen: Sexy, Lustig oder Exotisch. Da fragt man sich doch, was genau ist an diesen Kostümen eigentlich so lustig oder exotisch? Die einfache Antwort ist: gar nichts, außer, dass wir unsere Kultur als so normal ansehen und scheinbar so wenig über den Tellerrand gucken, dass Menschen oder Kleidung anderer Kulturen für uns lächerlich, merkwürdig oder exotisch sind und somit perfekte Basis für ein Kostüm bilden. Das Problem dabei ist aber, dass ich am Ende des Tages das Kostüm ablegen kann, die Menschen der anderen Kultur dagegen nicht. Sie müssen in ihrem Leben vielleicht ständig gegen genau die rassistischen Vorurteile kämpfen, die ich dargestellt habe.

Kurzfassung ist also: Ich bitte euch, nochmal genau über euer Kostüm nachzudenken und euch zu überlegen: Was genau trage ich hier eigentlich und welche Auswirkungen und Implikationen hat mein Kostüm? Falls ihr dazu noch ein bisschen Hilfe braucht, schaut doch bald nochmal hier auf dem Blog vorbei, denn ich werd versuchen, eine Art Hilfepost dazu zu schreiben. Ansonsten: Das Internet ist groß und voll mit Infos von Leuten, die 100 mal kompetenter auf dem Gebiet sind als ich, wie euch folgendes Video auch zeigen kann. :)
Ansonsten: viel Spaß beim Aussuchen eures Halloweenkostüms!



(Bitte beachtet, dass auch ich noch im Lernprozess stecke und das ganze von einer gewissen, internalisierten Position schreibe. Falls ich also etwas geschrieben habe, das nicht ok ist (z.B. weil es rassistisch war) schreibt mir bitte. Man lernt schließlich nie aus.)

2014-08-30

Neu im Blog: Kleidungskategorien

Hallo ihr Lieben,

ich war gestern und heute fleißig  und habe eine neue Seite für euch erstellt, die ihr oben über dem Header findet. Sie heißt "My Clothes" und auf dieser Seite habe ich so gut wie alle Kleidungsstücke, die bisher auf diesem Blog gezeigt wurden, in Kategorien einsortiert, wie besipeilsweise Oberteile oder Jacken. Ich hatte ja schon einmal angedeutet, dass ich gerne hätte, dass dieser Blog weniger ein ständiges Zeigen von neuen Kleidungsstücken ist, sondern sich mehr um das vielseitige Kombinieren von Kleidungsstücken drehen soll. Einer der Gründe dahinter ist, dass ich seit einigen Monaten viel mehr auf mein Konsumverhalten achte, und nicht mehr Mengen an Kleidungsstücken (oder Dingen generell) kaufen möchte. Wer braucht schon so viel Zeug???

Um diese Sache blogtechnisch gut einzubinden, habe ich eben jene Kleidungskategorien erstellt. Das sieht ungefähr so aus:


Wenn ihr auf den Titel der jeweiligen Kategorie klickt, werdet ihr zu einer Seite weitergeleitet, die euch alle einzelnen Kleidungsstücke zeigt, die ich in die Kategorie eingeteilt habe, also zum Beispiel alle Röcke. Das sieht dann so aus:


Wenn ihr nun gerne alle Posts sehen wollt, in denen ein bestimmtes Stück drinvorkommt, dann könnt ihr genau das tun, indem ihr auf <alle Posts mit diesem Stück> klickt. Ich hoffe, dass ich es euch dadurch die Navigierung auf meinem Blog erleichtern kann und gleichzeitig kann ich selber dann auch nochmal nachgucken, wie ich ein bestimmtes Teil mal kombiniert habe. Im Moment hat der Großteil der Kleidungsstücke erst einen Post, teilweise nicht mal eins mit 'nem Outfit, aber was nicht ist, kann ja noch werden, ne? Die Kategorien werden dann natürlich immer aufgestockt, sobald sich ein neues Kleidungsstück auf diesen Blog gesellt. :)

Ich wüsste gerne von euch, wie ihr diese Idee so findet?

2014-03-15

Silent Manga Audition 2013 "Beginning and Farewell"

Na?? Wer von euch hat Lust auf einen wirklich schönen Manga? Mein Freund hat letztes Jahr bei "The Silent Manga Audition", einem japanischen Mangawettbewerb, teilgenommen und ist unter die besten 5 gekommen. Ziel des Wettbewerbs war es einen selbstgezeichneten Manga zum Thema "Loveletter" einzureichen, in dem keinerlei Sprache enthalten ist. "Silent" halt. Sein Manga wurde jetzt animiert und da ich ihn selbst so bewegend finde, wollte ich ihn gern mit euch teilen. Falls ihr ihn lieber lesen, oder euch die anderen tollen Gewinner von 2013 ansehen wollt, könnt ihr das hier tun: <klick me>.
Ich hoffe, dass ihr ihn auch so schön findet wie ich, weil das würde mich glatt noch etwas stolzer machen :D. Schreibt mir doch in die Kommentare, wie Vincents "Beginning and Farewell" bzw. "Anfang und Abschied" so findet. :) Viel Spaß euch beim Gucken.

 
Vincent Lange - "Beginning and Farewell"
for Silent Manga Audition 2013

2013-12-16

Outfit: bunter Aztekrock von NewYorker, Graue Marching Band Jacke

Ger: Ich wohne immer noch im wunderschönen England und dafür, dass Dezember ist, ist es wirklich nicht kalt, so dass ich meinen Kleidungsstil eigentlich noch nicht wirklich ändern musste. Ich persönlich find das sehr gut und ich will echt kein Gemecker mehr über das ach so schreckliche englische Wetter hören. Ich find das hier eigentlich ganz toll, und mehr Regen als in Deutschland gibt es hier auch bloß nicht. Am Donnerstag geht's für mich wieder zurück nach Deutschland, damit ich Weihnachten und Neujahr mit meiner liebsten Familie verbringen kann. Worauf ich mich wirklich schon mega freue, im Gegensatz zu dem Wetter, dass mich dort erwarten wird.

Eng: I'm still living in the beautiful England and even though it's December it's actually still quite warm, which I love! I really don't know why everyone always complains about the stupid English weather because I really like. Stop complaining guys, really. So far, I did not really have to adjust my clothes to the colder weather, so this is basically an outfit that I was wearing in summer as well. On thursday I'll be heading back to Germany to spend Christmas and New Year with my family and at the moment I'm not really looking forward to the colder weather there.

aztec skirt: New Yorker // red boots: Nevermind // overknees: H&M
grey marching band jacket, dark grey shirt: toqe
necklace ???

Ger: Die meisten Teile von diesem Outfit, aka Jacke, Kette und Shirt, habe ich 2008 in einem kleinen, süßen Privatshop in Argentinien gekauft. Ich hab echt haufenweise alte Klamotten, die ich einfach immer noch trage, weil ich sie so mag. Ich hab mir gedacht, dass dieser Blog jetzt mehr eine Art Kombinationsblog werden soll, weil ich einfach nicht genug neue Sachen kaufe, um den Blog nur darauf aufbauen zu können. Will ich auch irgendwie gar nicht, weil so viel Kleidung braucht man ja eigentlich auch nicht, ne?! Den Rock hab ich dieses Jahr bei New Yorker gekauft und es war Liebe auf den ersten Blick. Ich war in einer anderen Stadt und hab ihn im Schaufenster eines geschlossenen New Yorkers gesehen und bin dann ein paar Tage später extra nochmal los, um ihn auf jeden Fall zu bekommen. Leider hab ich nicht so viele verschiedene Outfits, wie ich ihn trage, obwohl ich ihn soo mag. Ich komm mir oft irgendwie zu bunt mit ihm vor. :(

Eng: Most of the items, namely shirt, jacket and necklace, were bought in 2008 in a small private shop in my Argentinian 'hometown'. I actually have loads of clothes that are quite old but I still love wearing them, so I thought about this blog becoming more of a combination blog, were I show you different combos of the same items. I honestly don't buy enough clothes to just show you those anyway because I don't want to buy too much stuff. The skirt is from New Yorker and it was love on first sight but when we first met the shop was closed so I had to go back. Unfortunatly I don't really wear it as often as I'd like to because I feel like I don't have any tops that suit the skirt. I just always feel too colourful, which is kinda sad because I really love it. :(
Here you have a super nice close up of my outfit aka that one time my camera decided to actually take an okayish picture. Thank you very much.

Das Bild, das jetzt folgt, ist mein Lieblingsbild aus diesem Post. Ich bin absolut nicht dazu in der Lage, einigermaßen natürlich in die Kamera zu lächeln und seh einfach immer falsch aus, wenn ich es versuche. Darum hab ich mich entschlossen, einfach immer seltsame Sachen zu machen. Ich hoffe ihr mögt das so sehr, wie ich.
Below you can find my favourite pic of this post. I just really can't smile into a cam without looking super fake, which is why I decided to just do stupid things from now on. I hope you like it as much as I do. :D

2013-11-04

No-Shave November

Es ist also mal wieder November - der Monat des Jahres, wo sich tausende Männern auf der Welt dazu entschließen, sich 30 Tage lang nicht zu rasieren. Warum? Nun ja, einmal wäre da diese Kampagne (klick) aus Australien, die dafür sorgen will, dass sich Menschen, oder besser gesagt Männer, mehr mit Prostatakrebs auseinander setzen und sich vor allem überhaupt erstmal dieser Krankheit bewusst werden. Hinter dieser Kampagne steht, dass Männer einen Monat lang ihre Haare natürlich wachsen lassen sollen, weil man genau diese unter Krebstherapien schließlich häufig verliert. Wer möchte, kann das Ganze dann noch weiter unterstützen, in dem er jegliches Geld, das er durch's Nicht-Rasieren einspart, der Organisation spendet, damit diese wiederum bei der Krebsforschung etc. aktiv werden kann. Im Großen und Ganzen ist das also ein bisschen so wie Oktober als Brustkrebsmonat, nur dass man bei dem halt rosa Bändchen trägt und lauthalts "Save the boobies" ruft. (Aber zu diesem schrecklichen Spruch werd ich sicher irgendwann nochmal einen anderen Post schreiben). Klingt eigentlich nach 'ner super Sache, findet ihr nicht? Also ich finde das schon irgendwie, aber eben auch nur irgendwie.
Grundsätzlich finde ich es natürlich gut, dass über das Thema offener gesprochen wird, wir haben mittlerweile ja auch häufig Werbung zu Prostatakrebs im deutschen Fernsehprogramm und es steht ganz außer Frage, dass ich das natürlich gut heiße. Krebs ist schrecklich, egal wen es betrifft und wo es diese Person trifft, und ich bin sehr dafür, dass Krebs so gut vorgebeugt und schnellsmöglichst behandelt wird, wie nur irgendmöglich.
Andererseits hab ich dennoch ein Problem mit dieser ganzen Aktion. Zum einen finde ich es generell schonmal doof, dass es bei der Sache vor allem ums Bart wachsen lassen geht, weil das ja schließlich männlich ist und Prostatakrebs betrifft nun mal Männer. Natürlich, kann man sich auch alle anderen Haare wachsen lassen, dennoch steht der Bart im Vordergrund. Schade dabei finde ich, dass diese ganze Bartwachsenlasserei bei vielen Jungs und Männern schonmal gar nicht richtig klappt, weil sie einfach keinen Bart haben. Ich kenne genug Männer, die sich grundsätzlich nicht rasieren, weils einfach nichts zu rasieren gibt. Sind sie deswegen jetzt weniger männlich und können auch weniger Prostatakrebs kriegen? Irgendwie nicht. Und irgendwie können sie ja deswegen auch gar nicht richtig an der Aktion teilnehmen, außer man sagt natürlich, sie nehmen das ganze Jahr über teil. Ich will mit dem ganzen Absatz eigentlich darauf hinaus, dass ich es Schade finde, dass diese Aktion mit einer so limitierten Auffasung von Männlichkeit einhergeht, obwohl sie doch eigentlich für alle Betroffenen und im Risiko Stehenden da sein soll, a.k.a. alle Männer, nicht nur diejenigen, die einen Bart haben (können).
Zum anderen ist es leider so, dass die meisten Jungs und Männer sich im November nicht rasieren, weil sie vom 'No-Shave November' gehört haben, und zwar nur vom Namen, nicht etwa der Aktion dahinter. Viele machen's also einfach nur deswegen, weil sie mal einen Monat was Neues ausprobieren wollen oder faul sein wollen oder was auch immer. Und das ist ja auch vollkommen ok. Was dagegen nicht ok ist, ist der riesige Sexismus, der damit einhergeht, und die gut gemeinte Aktion leider ziemlich überschattet. Ich rede von Sprüchen, wie "Bitte mach nicht mit, wenn du eine Frau bist, das Ganze ist nur für Männer." oder "Bitte Ladies, rasiert euch weiter. Haare bei Frauen sind unhygienisch." oder "Haare bei Männern sind halt natürlich aber bei Frauen.. nee, da ist das voll eklig." oder "Wenn eine Frau bei No-Shave November mitmacht, muss sie sich nicht wundern, wenn dann der No-Dick December folgt". (Wer mir nicht glaubt, kann ja einfach mal bei Tumblr oder Twitter nach No-Shave November suchen. Ihr werdet schneller fündig, als euch lieb ist.)
Aha. Ich fasse nochmal zusammen: Haare bei Männern = männlich und natürlich; Haare bei Frauen = eklig, unhygenisch und vor allem UNnatürlich. Da stellt sich mir doch die Frage, warum Frauen Haare haben, wenn diese doch so unnatürlich sind. Und unhygienisch? Wieso sind Haare denn jetzt bei Frauen unhygenisch und bei Männern nicht? Was ist denn in unseren Haaren drinne, dass sie im Gegensatz zu Männerhaaren unhygienisch sind? Und wenn unsere Haare so unnatürlich und unhygienisch sind, warum dürfen (und sollen) wir eigentlich lange Kopfhaare haben? Sollten wir die dann nicht besser auch abrasieren? Und warum.. Warum sollen wir das alles überhaupt für irgendwen machen? Kann mir das mal einer erklären? Warum bin ich als Frau, dazu verpflichtet mich zu raiseren, nur weil andere das wollen? Nur damit ich andere zufrieden stelle und für andere hübsch anzusehen bin, und die sich nicht vor mir ekeln müssen? Und vorallem, nur damit ein Mann so nett ist, mit mir Sex zu haben? Ich hab ja eben gelernt, dass scheinbar alle Männer so limitiert sind, dass sie keinen Sex mit mit Frauen haben wollen, wenn diese nicht rasiert sind. Das müssen ja echt nette Männer sein.
Ganz erhlich: Es ist nicht meine Aufgabe als Frau, anderen zu gefallen. Wenn ich mich rasiere, dann mach ich das für mich, zum Beispiel, weil ich finde, dass es hübsch aussieht oder sich super toll anfühlt, aber doch nicht für wen anders. Vor allem nicht für Leute, die mir nicht mal nahe stehen, die ich nicht mal kenne. Warum dürfen Männer sich rasieren wie und wann und wo sie wollen aber Frauen nicht? Das ist doch alles irgendwie ne riesen große Doppelmoral, die kräftig bis zum Himmel stinkt. Und als wäre das nicht schon genug, haben wir jetzt auch noch einen ganzen Monat, der für viele nur dafür da ist, dass Männer ihre Haar-Freiheit feiern und gleichzeitig Frauen beschämen, die ebenfalls diese Wahl ausnutzen wollen. Die mit ihrem eigenen Körper machen, was sie eben wollen.
Warum können wir nicht einfach das ganze Jahr über sagen: "Menschen, die sich rasieren = cool; Menschen, die sich nicht rasieren = auch cool"? Vielleicht könnten wir uns dann auch noch ein bisschen besser für jegliche Krebsfür- und vorsorge einsetzen oder genrell für Krankheiten. Noch besser fände ich übrigens: "Menschen, die sich rasieren = geht mich nix an; Menschen, die sich nicht rasieren = jo, geht mich auch nix an". Im Endeffekt geht der Körper einer Person, sowieso immer nur sie selbst was an und niemanden sonst. Und das gilt nicht nur für Körperbehaarung, sondern auch zum Beispiel Fitness, Dick- oder Dünnsein, Tattoos, Piercings, Kleidung. Der Körper einer anderen Person geht niemanden außer ihr selbst was an, und keiner sonst hat das Recht dazu, irgendetwas zu dem Körper einer anderen Person zu sagen. Schon gar nicht ihr vorzuschreiben, was sie mit ihrem Körper zu tun hat.

Seht ihr das genauso oder nicht? Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ihr mir in den Kommentaren, eure Erfahrungen zu diesem Thema schreiben würdet. 

Bis dahin Herzensgrüße,
eure Lenu.